Grüner H₂: Großelektrolyseur in Wunsiedel gestartet

Bayerns größte Elektrolyse-Anlage im Energiepark Wunsiedel soll jährlich bis zu 1350 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen.

Im Energiepark Wunsiedel ist Bayerns größte Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in betrieb gegangen (in weiß unten links). Bild: Siemens

Die Wasserstoff-Metropolregion Nürnberg hy+ ist um ein Aushängeschild reicher: Eine der größten grünen Wasserstofferzeugungsanlagen Deutschlands ist im oberfränkischen Wunsiedel in Betrieb gegangen. Gut ein Jahr nach dem offiziellen Spatenstich übergaben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Siemens-Vorstand Matthias Rebellius und Siemens Financial Services-CEO Veronika Bienert die 20 Millionen Euro teure Anlage an die Betreibergesellschaft WUN H2.
 

Wasserstoff aus erneuerbaren Energien

"Wunsiedel ist sexy, es ist der Herzschrittmacher Bayerns in Sachen Energie", sagte Ministerpräsident Söder gegenüber dem BR. "Was hier passiert, ist sensationell, das hier ist das beste Wasserstoffprojekt, das Bayern zu bieten hat, es ist Champions League", so Söder weiter.

Bis zu 1.350 Tonnen grüner Wasserstoff können nun jährlich im Energiepark Wunsiedel aus regenerativer Sonnen- und Windkraft erzeugt werden. Zur Wasserstofferzeugung kommt ein PEM-Elektrolyseur von Siemens Energy mit einer elektrischen Gesamtleistung von 8,75 Megawatt zum Einsatz. Mittelfristig soll die Leistung auf 20 Megawatt steigen.
 

Energielieferant für die regionale Industrie

Der grüne Wasserstoff soll vornehmlich in Industrie- und Gewerbebetrieben der Region, aber auch im Kraftverkehr eingesetzt werden. Rechnet man mit einer regionalen Fahrleistung von 150 Kilometern pro Tag, so könnten beispielsweise 400 wasserstoffbetriebene 40-Tonnen-LKWs mit dieser Menge ein ganzes Jahr CO2-frei fahren. Jährlich könnten durch den Einsatz der in Wunsiedel produzierten Wasserstoffmenge und der damit verbundenen Verdrängung von fossilen Energieträgern bis zu 13.500 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.

Abnehmer für den erzeugten grünen Wasserstoff ist die regionale Wirtschaft – von der Glas- und Keramikindustrie über Transportunternehmen und Automobilzulieferbetrieben bis zum benachbarten Sägewerk. Der Wasserstoff wird im Sinne des dezentralen Ansatzes über LKW-Trailer an die Endkunden vornehmlich im Umkreis von rund 150 bis 200 Kilometern (Nordbayern, Thüringen, südliches Sachsen und Westböhmen) verteilt. Mit der für 2023 geplanten Errichtung einer Wasserstoff-Tankstelle am Energiepark Wunsiedel kann zusätzlich die regionale Nutzfahrzeugflotte dekarbonisiert werden.

In Wunsiedel ist die Energiewende heute schon Realität: Die Kommune mit 10.000 Einwohnern nutzt zu 100 Prozent klimaneutrale Energie und ist Selbstversorger für Strom und Wärme.


Quellen: Pressemitteilung Siemens; Bayerischer Rundfunk

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